Sei perfekt – Beeil dich – Sei stark – Mach es allen recht – Streng dich an

Antreiber sind verinnerlichte, in der Kindheit gelernte Anweisungen, die wir – unbewusst – uns selber geben, wenn wir unter Stress kommen oder wir uns in unserem Selbstbewusstsein unsicher fühlen. Antreiber versprechen Erfolg und Anerkennung, jedoch wird dieses Versprechen nicht wirklich erfüllt; denn es wird nie gelingen, diesen Antreiber ganz zu befriedigen. Jemand ist „nicht im Antreiber“, wenn er klare Vorstellungen über ein Ziel hat und wenn er sich autonom für eine Verhaltensweise entschieden hat – ohne eben innerlich durch einen Antreiber bewegt worden zu sein. 

Antreiber werden durch Autoritätspersonen (Mutter/Vater/Lehrer etc.) verbal oder nonverbal vermittelt – im guten Glauben, dass man „so“ dann gut durchs Leben kommen kann. Bis zu einem gewissen Grad können Antreiber sich positiv auf unser Leben auswirken. Wird aber ein Mass überschritten, kann dies zu gesundheitsgefährdendem Verhalten (wie bspw. einem Burnout) bis hin zu einer psychischen Krankheit führen – wichtig dabei ist, sich frühzeitig Hilfe zu holen.

Zu den bekanntesten Antreibern zählen: 

  • Sei perfekt 

  • Beeil dich 

  • Sei stark 

  • Sei gefällig/mach es allen recht 

  • Streng dich an

Die Antreibertheorie hat besonders in den vergangenen Jahren stark an Aufmerksamkeit gewonnen. Nicht selten wird auch von Glaubenssätzen gesprochen, die sich im Handumdrehen verändern lassen. 

Meiner Erfahrung (sowohl meine eigene Selbsterfahrung sowie die Arbeit mit meinen Klienten) zeigt jedoch, dass solche Antreiber tief verankert sein können und es Zeit, Übung und ein tieferliegendes Verständnis braucht, weshalb diese Überzeugungen entstanden sind und was ihnen zugrunde liegt – als Beispiel  steckt möglicherweise hinter dem Gefühl des alles Perfekt-machen-müssen oder des allen-recht-machen-müssen ein tiefes Gefühl der Scham, dass man eigentlich nicht gut genug ist. Um solche inneren Überzeugungen zu verändern, bedarf es einer vertrauensvollen Beziehung, in der man sich in geschütztem Rahmen traut sich zu öffnen, solche inneren Überzeugung lernt zu verstehen und neue Sichtweisen erarbeiten kann.

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Unterschied zwischen psychologischer Beratung und Psychotherapie